Beschrieb

Was passiert, wenn die Strasse gesperrt, das Dorf von der Welt abgeschnitten ist? Was, wenn die Kälte bei jedem Ausatmen einen Geist in der Luft erkennen lässt? Wenn ein Haus nicht bewohnt wird und der Staub sich auf alles was war nieder senkt? Wenn niemand dem frischen Wind, der die Gedanken abholt, die Fenster öffnet? Was passiert, wenn da, wo niemand mehr zu wohnen wagt, sich die Gestalten einnisten, die keine Namen tragen und die man doch so gut kennt? Späht man beim Vorbeigehen durch die Luken, findet man die Nüsse, welche vor dem Winter niemand mit Wünschen belegt hat und die zu Stein geworden aus dem Schnee geschmolzen sind. Von der Decke baumeln die in Gold gebratenen Gebeine der Verstorbenen, tapfer hinterlassen um den Pakt mit dem Teufel zu brechen. Jeden Abend zündet der Hausgeist seine Laterne an und hängt sie vor den Hauseingang. Bei bestimmten Wetterlagen legt der vorbeikommende Alte einen Stein in die goldene Kiste am Fels. Wieso, bleibt sein Geheimnis mit dem Berg.

Das Haus im Riedertal steht leer, wie lange genau wissen auch wir nicht. Lange genug jedoch, dass man, wenn man es betritt, sich nicht sicher ist, ob die alten, knarrenden, vom Russ geschwärzten Balken dem plötzlichen Gewicht standhalten werden.

Einmal die Leitern hochgestiegen, kann der Besucher durch die vom Staub verunschärften Fenster ins Innere des Hauses Blicken: In die Stube, die Küche, in die Kammer hinter den Raum. Er wird Geschichten erkennen von Gewesenem oder vielleicht doch nur Eingebildetem.

 

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